29 Mai 2012

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Internet Flatrate

Internet Flatrate bei Kabel Deutschland zusätzlich gedrosselt?

Bei den Internet Flatrate Angeboten von Kabel Deutschland hatte es schon vor einigen Jahren Hinweise gegeben, dass der Provider in die Übertragung eingreift, um beispielsweise Tauschbörsen oder Torrent-Traffic auszubremsen. Mittlerweile schreibt netzpolitik.org, dass es auch wissenschaftliche Hinweise gebe. Dank neuer Tools kann derzeit jeder Nutzer selbst prüfen, ob der eigene Internet Anbieter bestimmte Nutzungen nur gedrosselt anbietet. Auf Grundlage dieser Daten scheint es in Deutschland nur einen Anbieter zu geben, der Nutzer auf diese Weise künstlich ausbremst: Kabel Deutschland.

Das beschriebene Tool hört auf den Namen Glasnost und steht für alle Nutzer kostenfrei als Online-Test im Internet zur Verfügung. Das Programm simuliert dabei bestimmte Nutzungsarten (beispielsweise das Ansehen eine Youtube Videos oder die Nutzung einer Tauschbörse) und überwacht, ob sich die Geschwindigkeiten des Zugangs verändern.

Falls bestimmte Nutzungsvarianten langsamer übertragen werden als andere ist das ein sicheres Zeichen, dass der Internet-Anbieter den Traffic überwacht und bestimmte Trafficarten langsamer weiterleitet als andere. Das ist problematisch, weil es dem Kunden so nicht kommuniziert wird. Der Nutzer denkt, er hätte eine komplette und ungedrosselte Internet Flatrate und in Wirklichkeit sind aber nur einige Dienste ungedrosselt nutzbar. Heise.de schreibt sogar von einem möglichen Sonderkündigungsrecht in diesen Fällen. Einen Überblick über solche Eingriffe in die Netzneutrlität gibt es hier.

Diese Dorsselung ist auch noch auf einem anderen grund problematisch. Der Anbieter muss die Inhalte der Datenströme kontrollieren um herauszufinden, was gedrosselt werden soll und was nicht. Diese Vorgehensweise nennt sich Deep Packet Inspection und beschreibt eine Kontrolle der Datenpakete direkt auf ihre Inhalte.

Die Wikipedia schreibt zu dieser Technik:

… Deep Packet Inspection (DPI) (auch complete packet inspection oder Information eXtraction (IX)) steht für ein Verfahren in der Netzwerktechnik, Datenpakete zu überwachen und zu filtern. Dabei werden gleichzeitig der Datenteil und der Headerteil des Datenpaketes auf bestimmte Merkmale wie Protokollverletzungen, Computerviren, Spam und weitere unerwünschte Inhalte untersucht. Der Unterschied zur klassischen Stateful Packet Inspection besteht darin, dass diese nur den Headerteil des Paketes, nicht aber den erheblich aufwendigeren Datenteil überprüft.[1] Deep Packet Inspection ermöglicht auch eine Regulierung von Datenströmen. …

Würde man das Vorgehen mit der Deutschen Post vergleichen, wäre die DPI eine Überwachung der Inhalte von Briefen. Man beschränkt sich nicht mehr darauf zu kontrollieren, wo ein Brief hin muss oder ob er ausreichend frankiert ist sondern entscheidet aufgrund des Inhaltes wie ein Brief zugestellt wird. Dazu muss der Provider natürlich die Inhalte auslesen – im Beispiel müßten also die Briefe geöffnet und bewertet werden.

Der Traffic von Kunden von Kabel Deutschland wird also auch inhaltlich überwacht. Der Internet Provider ist damit nicht nur ein neutraler Überbringer von Nachrichtenpaketen sondern hat Kenntnis über die Inhalte.

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