30 April 2012

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Keine halben Sachen: echtes Netz

Die Deigitale Gesellschaft e.V. hat eine neuen Kampagne gestartet um auf die Probleme mit der Netzneutralität in Deutschland hinzuweisen. Unter dem Motto „Keine halben Sachen: echtes Netz“ soll plakativ klar gemacht werden, dass die meisten mobilen Flatrates in Deutschland an sich gar keine Flatrates sind.

Netzneutralität steht dabei für den Anspruch an die Provider (auch im mobilen Bereich) die Daten der Nutzer gleichwertig und ohne Vorzugsbehandlung zu übertragen. Im mobilen Bereich wird dieser Anspruch häufig verletzt, weil ab einem bestimmten Volumen die Daten nur noch gedrosselt weiter geleitet werden. Fast alle Anbieter von mobilen Internet-Flatrates haben solche Klauseln in den AGB stehen. Je nach Tarif wir bereits ab weniger als 100MB gedrosselt aber auch bei den großen Flatrates ist in der Regel nach maximal 5 Gigabyte Volumen pro Monat Schluss. Im DSL Bereich gab es so etwas lange nicht, aber mit LTE könnte es sein, dass auch hier wieder die Drosselung Einzug hält. Die LTE Flatrates bieten zwar teilweise bis zu 20 Gigabyte Volumen pro Monat, danach wird aber auch gedrosselt.

Die neue Kampagne der Digitalen Gesellschaft e.V. möchte auf diesen Missstand nun hinweisen. Unter anderem soll es Postkarten mit den beliebtesten Motiven geben. Diese kann man sich hier anschauen: https://plus.google.com/u/0/stream#112547715773317663195/posts/ibHWEdSyjeh.

Ob die Kampagne Wirkung zeigen wird ist aber eher fraglich. Zu groß ist die Angst der Netzbetreiber vor einer Überlastung der Mobilfunk-Netze, wenn jeder Kunde auf einmal anfängt ungebremst Daten zu übertragen. Zumindest aber das Problem der Netzneutralität und der Drosselung dürfte mit den Motiven wieder in den Vordergrund gebracht werden und vielleicht informiert sich ja der eine oder andere Kunde, warum sein Netz eigentlich nur ein halbes Netz ist und was man dagegen tun kann. Leider ist die Auswahl an Alternativen kaum gegeben. Es gibt keine Anbieter im mobilen Bereich ohne Drosselung. Zu hoffen, dass es der Markt schon richten wird, ist in diesem Bereich also eine vergebliche Hoffnung.

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One response on “Keine halben Sachen: echtes Netz

  1. business review sagt:

    Die meisten mobilen Flatrates werden ab einem bestimmten Volumen auf den langsameren GPRS Standard gedrosselt. Die Größe dieses Volumen bestimmt auch indirekt den monatlichen Preis für die Flatrate – so kosten Flatrates mit z.B. 500MB monatlichem Datenvolumen („Traffic“) mit maximaler Geschwindigkeit meist um die 10€. Benötigt man mehr Volumen so kann man z.B. auch Flatrates mit 5000MB (5GB) buchen, diese sind dann jedoch teurer und liegen meist zwischen 20-30€. Werden auch diese 5000MB im Monat überschritten wird dann auf GPRS Geschwindigkeit gedrosselt.

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