1 April 2015

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Stiftung Warentest: E-Mail-Dienste im Test

Bereits seit 1989 ist für den private Haushalt der E-Mail-Dienst zugänglich. Heutzutage sendet jeder Deutsche im Durchschnitt 20 E-Mails pro Tag, welche innerhalb von wenigen Sekunden bei dem Empfänger ankommen. Dabei störte es niemanden, ob die E-Mail-Dienste Kundendaten speicherten oder diese weitergaben. Seit dem NSA-Skandal hat sich die Einstellung der Bevölkerung jedoch grundlegend geändert.

Unter anderem unterzog die Stiftung Warentest in der Ausgabe 2/2015 14 E-Mail-Dienste einer Prüfung auf den Schutz, einer technische Prüfungen (Zeit für den Versand/Empfang, maximale Größe, Anzahl der Anhänge, Größe des Postfachs, Spam-Scanner, Ex- und Importfunktion und Cloudspeicher), der Handhabung und der Allgemeinen Geschäftsbedingungen.

Im Test belegten die neuen Anbieter Mailbox.org und Posteo den ersten Platz. Im Fazit stellen sich Mailbox.org und Posteo als äußerst sicher und vertraulich heraus, da sie über eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung verfügen. Demnach sind die gesendeten Daten über den kompletten Versandweg verschlüsselt. Für 1 Euro im Monat kann ein E-Mail-Postfach gebucht werden, wobei eine anonyme Bezahlung möglich ist.

Mit einem guten Testergebnis schneiden GMX Promail (kostenpflichtiger Zugang von GMX), Google Gmail, Yahoo und Web.de Club (kostenpflichtiger Zugang von web.de) ab. Dabei überzeugen GMX Promail (2,99 Euro monatlich), Google Gmail und Web.de Club (5 Euro monatlich) mit vielen Funktionen. Des Weiteren handeln die Anbieter GMX und Web.de nach der Initiative „Made in Germany“, welche dem Nutzer vor dem Versand zeigt, ob eine verschlüsselte Übertragung möglich ist. Die amerikanischen Anbieter wie Yahoo hingegen unterliegen dem „Patriot Act“, welcher den US-Unternehmen zu der Herausgabe aller Daten an die Behörden verpflichtet. Auch ohne eine staatliche Aufforderung scannen E-Mail-Dienste die Mails der Kunden. Google gibt dies offen zu. Google begründet dies damit, dass sie zielgenau die Präferenzen der Kunden herausfiltern wollen.

Das Mittelmaß bilden GMX Freemail, Microsoft Outlook.com, 1&1 Mail, Mail.de Freemail, Web.de FreeMail und Telekom Freemail. Sowohl die Telekom als auch 1&1 handeln gemäß der Initiative „Made in Germany“.

Das Schlusslicht bilden AOL Mail und freenet Mailbasic. Neben der bedingten Sicherheit durch den „Patriot Act“ wirkt sich ebenfalls die langsame Geschwindigkeit bei AOL auf das negative Testergebnis aus. Die Stiftung Warentest begründet das schlechte Abschneiden von freenet vor allem damit, dass viele Mängel in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen vorliegen.

Freenet reagierte bereits auf das Testergebnis:

Der wesentliche Kritikpunkt der Stiftung Warentest bestand darin, dass sich freenetMail in den AGB die jederzeitige Einstellung des E-Mail-Dienstes vorbehält. Dies ist jedoch bei kostenlos angebotenen E-Mail Diensten branchenüblich und rechtlich nicht zu beanstanden. Stiftung Warentest sieht den Sachverhalt prinzipiell ähnlich, hält es aber nach eigener Aussage für inakzeptabel, dass nicht gleichzeitig in den AGB erklärt wurde, mit welchem zeitlichen Vorlauf über eine solche Einstellung informiert werden. freenetMail-Kunden werden natürlich frühzeitig und umfassend über eine Diensteinstellung informiert. Eine derartige Selbstverständlichkeit, erfordert keine ausdrückliche Erwähnung in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Wir werden unseren Kunden auch bei kostenlosen Diensten immer die Möglichkeit bieten, im Falle einer Einstellung des Dienstes die vorhandenen Daten auf eigene Speichermedien zu sichern, um Datenverluste zu vermeiden.

 

„Auch nach mehreren Rücksprachen mit der Stiftung Warentest, konnte uns nicht im Detail erklärt werden warum es zu dieser Bewertung kam“, erklärt Stephan Esch, Vorstand der freenet AG. „Natürlich haben wir uns in diesem Zuge einmal die AGB unserer Mitbewerber angeschaut und das Gespräch mit Stiftung Warentest gesucht. Weitere Klauseln in den AGB, die eine derart negative Bewertung rechtfertigen könnten, konnte uns die Stiftung Warentest bis heute aber nicht benennen. Trotzdem weigert sich Stiftung Warentest das Ergebnis noch einmal zu prüfen und gegebenenfalls anzupassen.“

 

Mangels hinreichender Erklärung, sind wir mit der Abwertung um eine Gesamtnote nicht einverstanden und werden rechtliche Schritte gegen diese Veröffentlichung prüfen. Nach unserem heutigen Kenntnisstand sind wir nicht der einzige E-Mail-Anbieter, der Reklamationen an dem Ergebnis und an der Bewertung vorgebracht hat.

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One response on “Stiftung Warentest: E-Mail-Dienste im Test

  1. Gunnar Kunze sagt:

    Die Testergebnisse von Stiftung Warentest sind auch meiner Meinung nach manchmal mit Vorsicht zu genießen.
    Die Marktmacht ist groß, da viele Leute darauf vertrauen. Generell bin ich der Meinung, das nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt wird, aber im Einzelfall wird sicher auch nicht allzu viel Zeit zur Überprüfung der Ergebnisse zur Verfügung stehen.

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