17 November 2012

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Bundesnetzagentur senkt die Engelte zwischen den Mobilfunbetreibern

Terminierungsentgelte der Bundesnetzagentur ab 01.12.2012

Die Bundesnetzagentur hat mit Wirkung zum 01.12.2012 die Terminierungsnetgelte für die Abrechnung von Gesprächsleistungen zwischen den Netzbetreibern deutlich abgesenkt. Die Entgelte sinken um fast die 50 Prozent auf 1,85 Cent pro Gesprächsminute ab 01.12.2012 und auf 1.79 Cent ab 01.12.2013. Damit werden Gesprächsleistungen in Fremdnetze deutlich billiger und die Möglichkeiten für Preissenkungen nehmen zu.

Di Terminierungsentgelte sind die Abrechnungsgebühren der Netzbetreiber untereinander. Wenn beispielsweise ein Vodafone Kunde einen Teilnehmer im Netz von O2 anruf, darf O2 dafür Vodafone für die Nutzung des Netzes Gebühren in Rechnung stellen. Bislang lagen diese Gebühren je Nach Netz bei 3,36 bis 3,39 Cent pro Minute.

Die Bundesnetzagentur macht für diese drastische Absenkung den zunehmenden Datenverkehr in den Netzen verantwortlich. Viele Kosten würden nicht mehr aufgrund von Gesprächen sondern durch Datenverbindungen entstehen und sollten dann auch über die Datenpreise abgerechnet werden.

Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, erklärte dazu:

“ … Das Verhältnis zwischen Daten- und Sprachverkehr verschiebt sich durch diese Entwicklung weiter. Immer weniger Kosten werden durch den Sprachverkehr verursacht, sodass dieser einen entsprechend geringeren Anteil an den Gesamtkosten eines Mobilfunknetzes tragen muss. Dies ist im Wesentlichen der Grund dafür, dass der Minutenpreis für Terminierungsleistungen weiter sinkt. Bereits in den letzten Genehmigungsrunden hatte dieser Trend zu deutlich niedrigeren Entgelten geführt. Die jetzige Entscheidung berücksichtigt zum einen die gesunkenen Kosten der Terminierung. Zum anderen lässt sie den Unternehmen Spielraum, weiterhin ihre Investitionen in den Breitbandausbau, insbesondere LTE, voranzutreiben, denn die Mobilfunkkunden fragen zunehmend mobile Datendienste nach. Derjenige, der ein leistungsfähiges Netz betreibt, besitzt auch die größte Attraktivität für die Kunden … „

Diese Entscheidung wurde beispielsweise bereits von Vodafone kritisiert. Man sieht bei dem Schritt die Gefahr, dass im Markt kein Geld mehr für den Netzausbau zur Verfügung steht. Allerdings hatte man bislang eine Quersubventionierung. Mit hohen Gesprächsgebühren wurde der Netzausbau im Datenbereich finanziert und die Datenkosten konnten so stark abgesenkt werden. Das dürfte zukünftig nicht mehr so einfach gehen.

Für die Kunden könnte es aufgrund der sinkenden Preise auch zu Preissenkungen kommen. Bereits jetzt gibt es Discounter mit Gesprächspreisen von 5 bis 6 Cent pro Minute in alle deutschen Netze. Die halbierten Entgelte machen nun den Weg frei zu noch günstigeren Tarifen. Ob und in welchem Umfang die Betreiber und Anbieter diese Kostensenkungen allerdings an ihre Kunden weitergeben werden, ist noch offen. Direkt Reaktionen auf die neuen Entgelte gibt es in diesem Bereich noch nicht.

Terminierungsentgelte der Bundesnetzagentur ab 01.12.2012
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