1 November 2012

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O2

Update: O2 Freigabe von Bestands- und Standortdaten

Die Nachricht über die Freigabe und auch die eventuell geplante Weitergabe von Nutzerdaten durch O2 hat einiges an Aufsehen erregt. Zu unserem Artikel von gestern gibt es daher heute bereits einige Updates:

Netzpolitik.org schreibt, dass es auch im O2 Kundenbereich ein Freigabeformular für die Daten gibt. Man könnte also auch als Bestandskunde bereits die Datenweitergabe erlauben.

Rechtsanwalt Ferner sieht in seinem Blog die Datenweitergabe kritisch:

Ich bin somit beim §96 III TKG äusserst skeptisch, ob der das geplante Vorgehen überhaupt deckt – jedenfalls wenn man auf die Details achtet und nicht nach “anonymisiert” und “Einwilligung” zu Lesen aufhört. Weitere Ermächtigungen für das Vorgehen kann ich nicht erkennen, so dass m.E. an dieser Stelle das Ergebnis lauten muss: Nach deutschem TKG ist dieses Vorgehen derzeit rechtlich nicht gedeckt.

Auch bei internet-law.de sieht man die Weitergabe rechtlich problematisch:

Eine Weitergabe von Standortdaten an einen Dritten zum Zwecke personalisierter Werbung ist nur unter diesen engen Voraussetzungen möglich und damit in rechtlich zulässiger Weise nur schwer machbar.

O2 selbst versucht, bei Facebook beispielsweise, die Situation zu erklären und die Datenweitergabe zu rechtfertigen. Auf der Facebook Seite des Unternehmens schreibt man dazu:

Hallo liebe Community,

in den Medien wird die Nutzung von Standortdaten diskutiert. Dazu möchten wir Euch hier informieren. Dabei geht es um ein Statistik-Produkt unserer Schwesterfirma Telefónica Dynamic Insights, bei dem nur vollständig anonymisierte Daten verwendet werden sollen. Derzeit ist kein Termin für eine Produkteinführung in Deutschland geplant. Generell gilt: Datenschutz hat bei uns immer oberste Priorität.

Viele Grüße
Euer Social Media-Team

Nach den Kommentaren zu urteilen scheint man damit aber nicht sehr erfolgreich zu sein. Die meisten Kunden haben für die geplante Weitergabe (selbst in anonymisierter Form) kein Verständnis.

Für O2 kommt die Diskussion sehr ungelegen. Einerseits stört es natürlich den geplanten Börsengang, wenn sehr viele Kunden ein negatives Bild vom Unternehmen bekommen. Auf der anderen Seite hatte man die Diskussion um die Netzqualität gerade erst beendet, jetzt kommt mit dem Datenschutz der nächste Aufreger. Auch in Hinblick auf das kommende Weihnachtsgeschäft scheint das eher schädlich zu sein.

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