12 Juli 2012

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Handy Flatrate
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Was das Handy über den Nutzer verrät

Handys und Smartphones sind Datensammler in großem Stil und das betrifft nicht nur die Verbindungsdaten (Wann mit wem kommuniziert wurde) sondern auch die sogenannten Geodaten, also Informationen über den Ort, an dem sich das Gerät gerade aufhält. Spätestens seit den Datenschutz-Skandalen um Apple (mehr dazu hier oder hier) und den gleichen Vorwürfen gegenüber Google bzw. Android (mehr dazu hier) sollte klar sein, dass ein Smartphone auch sehr viel über den Besitzer verrät.

Für Nutzer sind solche Datensammlungen erst mal kaum sichtbar. Man merkt es häufig nur daran, wie schnell der Akku leer wird, wenn das Handy immer und immer wieder versucht die Position zu bestimmen, um Daten für die verschiedenen Apps zur Verfügung stellen zu können.

Mittlerweile wird aber bereits daran gearbeitet, auf Grundlage solcher Daten Profile erstellen zu können. Auf Netzpolitik.org gibt es gerade einen schönen Artikel darüber, wie Firmen versuchen aus diesen Daten Vorhersagen für die Nutzer ableiten zu können. Dort schreibt man:

MacroSense nimmt riesige Mengen an mobilen Standort-Daten und errechnet daraus “verwertbare” Daten über zukünftiges Verhalten. Die Daten der Mobilfunk-Kunden bekommt man teilweise direkt von Mobilfunk-Betreibern (leider war nicht rauszubekommen, welche). Mittels Statistik, maschinellem Lernen und Vorhersage-Algorithmen werden die einzelnen Endkunden in Profile eingeteilt, auch in Echtzeit.

Solche Profile können dann beispielsweise genutzt werden, um Werbung und Produktansprachen auf den Nutzer auszurichten. Wer oft in Bar und Szenetreffs unterwegs ist, erhält möglicherweise zukünftig mehr Veranstaltungshinweise, wer sich oft in der Innenstadt aufhält wird eventuell mit passenden Gutscheinen der dort ansässigen Geschäfte gelockt.

Problematisch dabei ist der Hinweis, dass für die Erstellung solcer Profile nicht nur die Daten auf dem gerät selbst genutzt werden könnten, sondern auch die Daten, die der eigene Provider vorhält. Diese Daten fallen an, wenn Verbindungen aufgebaut werden. So speichert beispielsweise die Telekom Telefonverbindungen bis zu einem halben Jahr. Im Wiki des AK Vorrat finden sich folgende Hinweise zur Telekom:

Verbindungsdaten (eingehende Verbindungen) einschließlich IMSI und IMEI: 30 Tage. Verbindungsdaten (ausgehende Verbindungen): 80-180 Tage, bei Flatrate 30 Tage, IMSI und IMEI: 30 Tage, auf Kundenwunsch Löschung aller Verbindungsdaten mit Rechnungsversand. Verbindungsdaten (erfolglose ausgehende Verbindungsversuche): bei Prepaidkarten 30 Tage, sonst keine Speicherung. Standortdaten (ein- und ausgehende Verbindungen): 30 Tage. IP-Adressen bei Internetzugang: 30 Tage. IP-Adressen UMTS-Netz: keine Rückverfolgung möglich (NAT ohne Portspeicherung).

Damit wird im Zweifelsfall ein riesiger Datenberg für jeden Kunden vorgehalten, der eben auch dazu genutzt werden kann, Profile zu erstellen. Mit Datenschutz hat das dann wenig zu tun, denn eigentlich sind Verbindungsdaten zu löschen, wenn sie nicht mehr benötigt werden.

Wer mit dem Handy oder Smartphone telefoniert, sollte sich daher bewusst sein, dass er damit in jedem Fall auch auswertbare Datenspuren hinterlässt, die im Zweifel für Werbezwecke oder andere Maßnahmen eingesetzt werden können. Das wird wohl auch noch geraume Zeit so bleiben, denn Änderungen in der Gesetzgebung in diesem Bereich sind vorerst nicht zu erwarten.

 

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One response on “Was das Handy über den Nutzer verrät

  1. Braunbear sagt:

    Oh ha, viele Berechnungen und Daten, wie soll man sich da noch großartig schützen. Ist aber mal Interessant wie und was erkannt wird.

    LG

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